Die Bounce-Rate – Was ist das und was sagt sie mir?

Wenn es um Suchmaschinenoptimierung (SEO) geht, ist vielfach von der Bounce Rate, der Absprungrate, die Rede. Diese gibt an, wieviel Prozent der Besucher einer Website dort nur eine einzige Seite aufrufen und diese danach sofort verlassen, ohne eine weitere Aktion auszuführen. Wenn also von 100 Nutzern 43 nur die Einstiegsseite ansehen und sich danach direkt wieder verabschieden, haben Sie eine Bounce-Rate von 43%. Für die SEO sollte man seine Bounce-Rate im Auge behalten, allerdings sollte man die Höhe seiner Bounce-Rate im Verhältnis zu anderen Kennzahlen betrachten. Eine hohe Bounce Rate per se muss nicht unbedingt Schlechtes bedeuten.

Gründe für eine hohe Bounce-Rate

Wenn ein Besucher eine gerade aufgerufene Seite direkt wieder verlässt, kann das bedeuten, dass er dort nicht gefunden hat, was er erwartet hat. Jemand, der als Suchbegriff in der Suchmaschine „schnelle Autos“ eingegeben hat und bei einem Beitrag über Eselrennen landet, wird diese Seite sofort wieder schließen und woanders weitersuchen. Auch schlecht aufbereiteter, irrelevanter Content kann Besucher abschrecken, wenn dieser zwar zum gesuchten Thema passt, aber z.B. durch fehlende Strukturierung oder eine ungeeignete Schriftart schlecht lesbar ist oder nicht auf den Punkt kommt.

Auch eine undurchsichtige Navigation, zu viel Werbung, zu niedriger Pagespeed oder technische Fehler können Gründe dafür sein, dass Nutzer schnell wieder abspringen.

Wenn Ihre Website eine zu hohe Bounce-Rate aufweist, sollten Sie schauen, ob sie durch entsprechende Änderungen auf Ihren Seiten Abhilfe schaffen können.

Ist eine hohe Bounce-Rate immer ein schlechtes Zeichen?

bouncing ball

Ob eine hohe Bounce Rate ein gutes oder ein schlechtes Signal ist, hängt von der jeweiligen Seite ab. Ein Online-Shop beispielsweise lebt davon, dass die Besucher von Seite zu Seite weiterspringen, sich von den verschiedenen Angeboten beeinflussen lassen und in den Produkten herumstöbern. Der Betreiber des Shops möchte, dass die Besucher Artikel kaufen, Unterseiten öffnen und die Seite über soziale Netzwerke teilen. Wenn hier sehr viele Besucher den Shop nach Besuch der Einstiegsseite sofort wieder verlassen, ist definitiv etwas nicht in Ordnung. Der Websitebetreiber sollte nach den Gründen dafür suchen und seine Seite so umgestalten, dass seine Besucher sich bei ihm wohlfühlen.

Beurteilen Sie hingegen z.B. eine „Kontakt“ Seite, muss eine hohe Bounce Rate kein schlechtes Zeichen sein. Wenn die Besucher ihr Ziel, in diesem Fall vielleicht das Finden der Firmenadresse, schnell und unkompliziert erreicht haben, gibt es danach für sie keinen zwingenden Grund, eine weitere Aktion auszuführen. Auch bei Blogbeiträgen oder Nachrichten kann der direkte Absprung bedeuten, dass der Besucher sofort die gesuchte Information gefunden, sie gelesen und dann zufrieden die Seite wieder verlassen hat.

Wenn Ihre Website nur aus einer Seite besteht, haben Sie naturgemäß eine sehr hohe Bounce-Rate. In diesem Fall müssen Sie andere Kennzahlen zu Rate ziehen, wenn Sie wissen wollen, wie den Nutzern Ihre Seite gefällt, beispielsweise die Verweildauer oder der Website Traffic.

Wie bewerte ich meine Bounce-Rate richtig?

Um einschätzen zu können, ob Sie mit der Höhe Ihrer Bounce-Rate zufrieden sein können, sollten Sie sich nicht an allgemeinen Durchschnittswerten orientieren, denn diese liegen je nach Art der Website irgendwo zwischen 10% und 90%. Brauchbare Werte bekommen Sie, wenn Sie Ihre Website mit anderen aus Ihrer Branche vergleichen. Auch macht es Sinn, innerhalb der eigenen Seite Vergleiche anzustellen. Beispielsweise wäre zu überlegen, warum in meinem Blog bei Artikel A nur 30% der Besucher direkt wieder abgesprungen sind, bei Artikel B aber über 60%. Artikel A hat meine Leser scheinbar neugierig gemacht auf das, was ich ihnen sonst noch auf meiner Seite bieten kann. Ist das Thema von Artikel B nicht so relevant für meine Leser? Ist der Artikel langweilig geschrieben? Habe ich den Text gut und ansprechend strukturiert, ihn mit Bildern und Grafiken aufgelockert oder ist es schwierig, ihn zu lesen?

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Die Frage ist auch, was der Zweck einer Seite ist. Wenn eine meiner Seiten einen reinen Service bieten soll, also beispielsweise meine Öffnungszeiten oder meine Kontaktdaten anzeigt, bedeutet eine hohe Bounce-Rate hier, dass der Besucher die gesuchte Information sofort gefunden hat. Wenn ich hingegen möchte, dass der Besucher etwas Bestimmtes tut, z.B. einen Newsletter abonniert, einen Artikel kauft oder ein Kontaktformular ausfüllt, ist eine hohe Bounce-Rate ein schlechtes Zeichen. Der direkte Absprung bedeutet in diesem Fall, dass der Besucher dies eben nicht getan hat.

Wie gestalte ich meine Website, damit meine Besucher nicht sofort wieder abspringen?

  • Ich setze Keywords so, dass die Suchmaschinen mich dem richtigen Content zuordnen können. Beispielsweise schreibe ich in meiner Meta-Description nicht „Esel rennen so schnell wie Autos“, sondern besser „Spaß für die ganze Familie bei Eselrennen in Bad Plümenau“.
  • Ich gestalte meine Texte übersichtlich indem ich Überschriften, Absätze und Listen verwende. Außerdem lockere ich meine Texte durch ansprechende Bilder und aussagekräftige Grafiken auf.
  • Ich sorge dafür, dass meine Website insgesamt ein ansprechendes und zur Zielgruppe passendes Design hat und verwende entsprechende Farben, Bilder und Schriftarten. Der Besucher soll meine Seite schön und übersichtlich finden und mir glauben, dass ich vertrauenswürdig und professionell bin.
  • Natürlich muss auch die Technik mitspielen und darf meine Besucher nicht durch lange Seitenladezeiten vertreiben.

Ist die Bounce-Rate ein Rankingfaktor?

Die Kriterien, welche die Suchmaschinen für ihr Ranking heranziehen, werden nicht komplett öffentlich gemacht und es ist umstritten, ob die Bounce-Rate ein direkter Ranking-Faktor ist. Ein verlässlicherer Wert für die Suchmaschinen ist beispielsweise die SERP-Return-Rate. Diese zeigt an, wie viele Besucher nach dem Besuch einer Website innerhalb einer bestimmten Zeitspanne wieder zurückkehren zu den Suchmaschinen-Ergebnissen, um von dort aus eine andere Website aufsuchen.

SEO ist wichtig, aber hauptsächlich soll ein Internetauftritt den Besuchern gefallen und für sie nützlich sein. Die Bounce-Rate kann bei der Analyse eines Webauftritts hilfreich sein, um Schwachstellen zu finden und zu beheben. Allerdings muss man diese Zahl immer im Kontext sehen.

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